Gottesdienst zu „Nun danket alle Gott“

Die Orgel als Ausgangs- und Mittelpunkt des Gottesdienstes

Eine Idee von Sybil­le Groß (Bux­te­hu­de)

Wie funktioniert das?

Die­ser Orgel­ent­de­cker-Got­tes­dienst behält die gewohn­ten Rah­men­be­din­gun­gen des Got­tes­diens­tes bei und macht doch alles anders: Alle Ele­men­te des Got­tes­diens­tes wer­den von der Orgel aus­ge­hend kon­zi­piert und len­ken durch fein abge­stimm­te Über­gän­ge und the­ma­ti­sche Ver­zah­nun­gen Augen und Ohren der Besucher*innen gezielt auf das Instru­ment.

Den roten Faden des Got­tes­diens­tes bil­det mit dem Cho­ral „Nun dan­ket alle Gott“ ein musi­ka­li­sches The­ma, das vie­le Besucher*innen bereits ken­nen. Aus­ge­hend von die­sem Cho­ral eröff­net der Got­tes­dienst unter­schied­li­che und unge­wohn­te Per­spek­ti­ven auf die Orgel: Schon die Musik zum Ein­gang erklingt von zwei Orgeln gleich­zei­tig. Aus­ge­stat­tet mit 6 Gedackt­pfei­fen stel­len die Mit­wir­ken­den als „leben­di­ge Orgel“ das musi­ka­li­sche The­ma vor und zei­gen so ganz neben­bei, wie ein­zel­ne Pfei­fen der Orgel aus­se­hen und klin­gen. Auch Lesung und Pre­digt schaf­fen Bezü­ge zur Orgel und ihrer Musik und las­sen neben dem Instru­ment auch Orgelschüler*innen zu Wort kom­men.

Die Lie­der für den Gemein­de­ge­sang wer­den durch Vor­spie­le ein­ge­lei­tet, die die ver­schie­de­nen Klang­far­ben der Orgel vor­stel­len und bei denen auch Kin­der aus dem Vor­be­rei­tungs­team eines der Instru­men­te zum Klin­gen brin­gen oder beim Regis­trie­ren unter­stüt­zen.

Den Abschluss des Got­tes­diens­tes bil­det ein Orgel­stück, zu dem par­al­lel ein vor­pro­du­zier­tes Video auf einer Lein­wand im Altar­raum prä­sen­tiert wird, das die Orga­nis­tin und den Regis­tran­ten auf der Empo­re zeigt und zudem Ein­bli­cke in’s Inne­re der Orgel eröff­net.

Was macht den Erfolg dieses Formats aus?

Das For­mat stellt die Orgel mit gut abge­stimm­ten Hand­grif­fen in den Mit­tel­punkt des sonn­täg­li­chen Got­tes­diens­tes. Statt in einer eige­nen Ver­an­stal­tung zu mün­den, wer­den Metho­den der Orgel­ver­mitt­lung hier eng mit dem got­tes­dienst­li­chen Gesche­hen ver­wo­ben. So eröff­nen sie regel­mä­ßi­gen Gottesdienstbesucher*innen eine neue Per­spek­ti­ve auf ein zen­tra­les Ele­ment des Got­tes­diens­tes und schaf­fen span­nen­de Hör­erleb­nis­se. Zusätz­lich lockt die­ser beson­de­re Got­tes­dienst Men­schen in die Kir­che, die bereits Inter­es­se an der Orgel haben und ist ein fas­zi­nie­ren­des Erleb­nis für die Mit­wir­ken­den und ihre Fami­li­en.

Wann wurde das Format durchgeführt?

Das For­mat wur­de im Rah­men der Orgel­ent­decker­tage 2020 in Bux­te­hu­de erprobt. In einer kür­ze­ren Vari­an­te wur­de der Orgel­ent­de­cker-Got­tes­dienst aus Bux­te­hu­de auch von der Ev.-luth. Landes­kirche Han­no­vers als Online-Got­tes­dienst aus­ge­strahlt und kann hier ange­se­hen wer­den.

Worauf ist bei der Umsetzung zu achten?

Für die Vor­be­rei­tung die­ses For­mats ist ein gutes Zusam­men­spiel der Kirchenmusiker*innen und Pastor*innen uner­läss­lich. Der Got­tes­dienst­ab­lauf soll­te gemein­sam ent­wi­ckelt wer­den und von der Orgel aus gedacht wer­den, sodass das Instru­ment auch bei den lit­ur­gi­schen Tei­len eine prä­gen­de Rol­le spielt. Wenn wei­te­re Mit­wir­ken­de und Kin­der ein­ge­bun­den wer­den, bei­spiel­wei­se für eine leben­di­ge Orgel oder beim Regis­trie­ren, soll­ten die­se Ele­men­te im Vor­feld sorg­sam ein­ge­übt wer­den. Auch der Ein­satz von Medi­en soll­te bedacht wer­den und Ein­spie­ler, zum Bei­spiel für die Pre­digt oder den Abschluss des Got­tes­diens­tes, am bes­ten vor­pro­du­ziert wer­den.