
Kleine Menschen, große Orgel
Orgelführung für Kinder ab 3 Jahren
Eine Idee von Isabelle Richter (Hannover)
Wie funktioniert das?
Hier sind besonders die ganz jungen Orgelentdecker eingeladen, hinter die Kulissen zu blicken. Die Kinder werden an der Kirchentür begrüßt und in’s Kirchenschiff geführt. Von hier aus begibt sich die Gruppe mit den Augen auf die Suche nach der Orgel. Ist sie gefunden, geht es hinauf auf die Empore. Dort stellt sich die nächste Frage: Was muss die Organistin eigentlich tun, um dem Instrument einen Ton zu entlocken? Vom Schuhwechsel über das Anschalten des Motors bis hin zur Auswahl der Register erleben die Kinder die Vorbereitungen auf der Orgelbank mit und dürfen die Organistin dabei tatkräftig unterstützen. Ist alles bereit, lernen die Kinder den Klang der Orgel kennen. Dabei dürfen die Extreme nicht fehlen: Wie klingt der höchste Ton des Instruments und wie der tiefste? Wie groß sind die dazugehörigen Pfeifen? An der Orgel lassen sich gemeinsam überall Pfeifen entdecken und hier und da ein Blick in den Pfeifenwald werfen. Mit Hilfe einiger Holzpfeifen werden die Kinder anschließend selbst zu einer lebendigen Orgel. Die Organistin zeigt, wie die Pfeifen angeblasen werden und anschließend jeweils auf das Kind, dessen Ton erklingen soll. So lassen sich kleine Tonfolgen und Melodien gemeinsam spielen. Zum Abschluss dürfen alle Kinder selbst auf der Orgelbank Platz nehmen und sich an den Tasten versuchen.
Was macht den Erfolg dieses Formats aus?
Bei dieser Orgelführung kommen Kinder im Kindergartenalter spielerisch mit der Orgel in Kontakt. Sie erfahren den Klang des Instruments, lernen die Beziehung zwischen Pfeifengrößen und Tonhöhen kennen und erleben die Tätigkeit der Organistin hautnah mit. So schafft die Orgelführung einen positiven Erstkontakt mit dem Instrument Orgel.
Wann wurde das Format durchgeführt?
Die Orgelführung wurde im Rahmen der Orgelentdeckertage bereits mehrfach mit Kindergartengruppen durchgeführt.
Worauf ist bei der Umsetzung zu achten?
Die Kinder benötigen Zeit zum Staunen, aber auch für ganz praktische Dinge, wie den Weg auf die Orgelempore und das Finden ihrer Plätze. Der Gruppe helfen klare Ansagen, etwa wenn ein Kind aufgefordert wird, etwas bestimmtes zu tun oder die ganze Gruppe einen Blick in’s Innere der Orgel werfen darf. Während einige Kinder in diesem Alter abenteuerlustig sind, reagieren andere besonders schüchtern auf fremde Personen und neue Umgebungen. Hinzu kommt, dass die Orgelführung für viele Kinder der erste Besuch in einer Kirche ist. Hier sollte Rücksicht genommen und kein Kind zu etwas gedrängt werden, dass es nicht machen möchte. Es hilft, keinem starren Ablauf zu folgen, sondern flexibel zu bleiben und auf die Persönlichkeiten und Wünsche der Kinder zu reagieren.
