The Carman’s Whistle (Das Pfeifen des Kutschers)

Orgelführung mit Musik der Renaissance aus dem Fitzwilliam Virginal Book

Eine Idee von Anne­gret Schön­beck (Sta­de)

Wie funktioniert das?

Die­se Orgel­füh­rung für Kin­der unter­nimmt mit ihren jun­gen Gäs­ten eine musi­ka­li­sche Zeit­rei­se ins Eng­land des 16. Jahr­hun­derts. Im Mit­tel­punkt steht „The Carman’s Whist­le“ – die Pfei­fe oder das Pfei­fen des Kut­schers. Zu Beginn der Orgel­füh­rung erklingt das The­ma des gleich­na­mi­gen Stü­ckes aus dem Fitz­wil­liam Vir­gi­nal Book auf der Block­flö­te gespielt, spä­ter ist es in Varia­tio­nen von der Orgel zu hören. Die Kin­der wer­den im Ver­lauf der Orgel­füh­rung ein­ge­la­den, selbst mit zu musi­zie­ren: Mit Per­cus­sions-Instru­men­ten dür­fen sie die Orgel­mu­sik beglei­ten. Neben dem Lied des Kut­schers kom­men dabei wei­te­re Stü­cke aus dem Fitz­wil­liam Vir­gi­nal Book zum Ein­satz, von melan­cho­li­schen Wei­sen bis hin zu fröh­li­chen Tän­zen, zu denen die Orgelentdecker*innen selbst­ver­ständ­lich auch tan­zen dür­fen. Ein beson­de­res High­light im Herbst kann der Ein­satz von herbst­lich-bun­ten Blät­tern sein, die zu „The Fall of the Lea­ves“ von der Empo­re schwe­ben und die Bewe­gung in der Musik sicht­bar machen.

Was macht den Erfolg dieses Formats aus?

Die­se Orgel­füh­rung lässt Kin­der spie­le­risch in die Zeit der Renais­sance ein­tau­chen und dazu den Klang der Orgel ent­de­cken. Die zunächst von der bekann­ten Block­flö­te gespiel­te Melo­die ist spä­ter auf der Orgel wie­der­erkenn­bar. Gleich­zei­tig lässt sich so anhand der Flö­te bereits das Prin­zip der Labi­al­pfei­fe ver­an­schau­li­chen. Durch Per­cus­sions-Instru­men­te wer­den die Kin­der selbst in das musi­ka­li­sche Gesche­hen ein­ge­bun­den und erle­ben anhand ver­schie­de­ner musi­ka­li­scher Stü­cke den gro­ßen Klang­reich­tum der Orgel und unter­schied­lichs­te Har­mo­nien. Weil die Kin­der bei die­ser Orgel­füh­rung nicht direkt an der Orgel ste­hen, eig­net sich das For­mat auch gut für Kir­chen mit klei­nen Orgel­em­po­ren und solan­ge Abstand nötig ist. Vom Kir­chen­schiff aus kön­nen die Kin­der das Instru­ment so auf beson­de­re Wei­se ken­nen ler­nen.

Wann wurde das Format durchgeführt?

Die Orgel­füh­rung “The Carman’s Whist­le” fand 2020 in Sta­de statt.

Worauf ist bei der Umsetzung zu achten?

Bei Schul­ver­an­stal­tun­gen ist eine vor­he­ri­ge Abspra­che mit den Leh­re­rin­nen und Leh­rern sinn­voll, um die Grup­pe  gut ein­schät­zen zu kön­nen. Gene­rell gilt, dass jede Orgel und jede Besu­cher­grup­pe anders sind – des­halb lohnt es sich immer, auf die beson­de­ren Vor­aus­set­zun­gen des eige­nen Instru­ments und der Ziel­grup­pe ein­zu­ge­hen und span­nen­de Kon­zept­ideen für den eige­nen Anlass anzu­pas­sen oder selbst zu ent­wi­ckeln. Wei­te­re Anre­gun­gen von Anne­gret Schön­beck für die Kon­zep­ti­on eige­ner For­ma­te fin­den sich in die­sem PDF-Doku­ment und ab 2022 in einem Hand­buch zur Orgel­ver­mitt­lung, das bei der Orgel­aka­de­mie Sta­de her­aus­ge­ge­ben wird.