Pres­se­mit­tei­lung

Laut wie Donner und zart wie ein Engel

06. Okto­ber 2026

Har­se­feld. Fünft­kläss­ler ent­de­cken in Har­se­feld die Orgel: “Wie vie­le unter­schied­li­che Pfei­fen es in der Orgel gibt, sogar ganz win­zig klei­ne! Und wie unter­schied­lich die Töne klin­gen kön­nen!”, freut sich eine 5. Kläss­le­rin nach einem unge­wöhn­li­chen Schul­tag.

Eine lan­ge Men­schen­schlan­ge, bestehend aus rund 170 Kin­dern und ihren Leh­re­rin­nen, beweg­te sich am letz­ten Sep­tem­ber­mor­gen durch Har­se­feld, vom Aue-Geest-Gym­na­si­um bis zur evan­ge­li­schen Kir­che. Dort erwar­te­te die sechs 5. Klas­sen ein Orgel­kon­zert im Rah­men der Orgel­ent­decker­tage, die nie­der­sach­sen­weit jedes Jahr im Herbst statt­fin­den. In die­sem Jahr auch in Har­se­feld.

Bevor Orgel­pro­fes­sor Mar­tin Böcker aus Sta­de die Kir­chen­or­gel erklin­gen ließ, zeig­te Kreis­kan­to­rin Sybil­le Groß, wie eine Orgel­pfei­fe funk­tio­niert. Die Schüler:innen konn­ten live ver­fol­gen, wie ein von einem Bla­se­balg erzeug­ter Luft­strom durch eine Orgel­pfei­fe fährt und einen Ton bil­det. Je nach­dem, ob es sich um eine Lip­pen­pfei­fe oder um eine Zun­gen­pfei­fe han­delt, klingt der Ton unter­schied­lich. Eine Lip­pen­pfei­fe erzeugt den Ton durch den bre­chen­den Luft­strom, das ergibt einen typi­schen Flö­ten­ton. Bei einer Zun­gen­pfei­fe ent­steht der Ton durch das Schwin­gen einer Metall­zun­ge inner­halb der Pfei­fe. Die­ser Ton erin­nert an das Qua­ken einer Ente und brach­te die Kin­der zum Lachen.

Mar­tin Böcker ver­an­schau­lich­te die unter­schied­li­chen Klang­far­ben mit ver­schie­de­nen Orgel­stü­cken aus der Musik­li­te­ra­tur, z. B.  von Felix Men­dels­ohn-Bar­thol­dy und dem wohl berühm­tes­ten Kom­po­nis­ten der Kir­chen­mu­sik, Johann Sebas­ti­an Bach. Die Kin­der erleb­ten haut­nah die Klang­viel­falt der “Köni­gin der Instru­men­te”. Mal erfüll­te die Orgel­mu­sik laut wie Don­ner die gan­ze Kir­che, dann wie­der erklan­gen zar­te Töne, wie von Engeln gespielt. Ohne Luft aus dem elek­trisch betrie­be­nen Bla­se­balg bleibt die majes­tä­ti­sche Orgel jedoch still.

Finn und Noah, zwei Schü­ler des Aue-Geest-Gym­na­si­ums, die sich auch im Tech­nik-Team der Kir­chen­ge­mein­de enga­gie­ren, sorg­ten dafür, dass alles per Video­über­tra­gung auf einer Lein­wand ver­grö­ßert zu sehen war. So erkun­de­ten die Kin­der auch das Inne­re der Orgel per Videorund­gang. Mar­tin Böcker spiel­te Töne und es wur­de sicht­bar, wo sich in der Orgel etwas beweg­te.

Sybil­le Groß bau­te aus sechs Kin­dern eine “leben­di­ge Orgel”. Dazu erhielt jedes Kind eine Orgel­pfei­fe von je unter­schied­li­cher Ton­hö­he. Durch Antip­pen an der Schul­ter spiel­te sie auf der leben­di­gen Orgel das Lied “Bru­der Jakob”. Mit Body-Per­cus­sion konn­ten die Kin­der den Rhyth­mus eines Orgel­stücks selbst mit­klat­schen oder ‑klop­fen.

Auf die Fra­ge, was beson­ders war an der Exkur­si­on, äußer­ten die 5. Kläss­ler, wie sehr ihnen “die schö­nen Orgel­stü­cke, die der Orga­nist gespielt hat”, gefal­len haben.

Das inter­ak­ti­ve Orgel­ent­de­cker-Kon­zert ver­an­stal­te­ten Sybil­le Groß und Mar­tin Böcker exklu­siv für die fünf­ten Klas­sen des AGG auf Initia­ti­ve von Leh­re­rin Sabi­ne Bur­meis­ter und der Fach­schaft Musik sowie Schul­pas­to­rin Chris­ta Haar-Rath­jen.

 Text & Bild: Chris­ta Haar-Rath­jen

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Sil­ke Lin­den­schmidt
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