Die Töne der Kir­chen­or­gel kann man spüren

29. Sep­tem­ber 2020 | Pres­se­mit­tei­lung

Strö­hen. Wenn Kir­chen­mu­si­ker Jan Wacker­barth von „sei­ner“ Orgel erzählt, gerät er ins Schwär­men: „Sie ist ein wun­der­ba­res Instru­ment, ihr Klang ist ein­ma­lig. Ich ent­de­cke jeden Tag etwas Neues.“

Woher kommt sein Fai­ble für Kir­chen­or­geln? „Mein Vater war in Holz­min­den als Pas­tor tätig. Als Fünf­jäh­ri­ger habe ich jeden Arbeits­schritt ver­folgt, als in unse­rer Kir­che eine gro­ße Orgel instal­liert wur­de. Schon damals war mir klar: Ich muss das Instru­ment ler­nen“, erklärt Kir­chen­mu­si­ker Jan Wacker­barth lachend.

Als sei­ne Frau Kers­tin im Febru­ar 2018 als Pas­to­rin in der Gemein­de Strö­hen ordi­niert wur­de, hat er die Orgel der evan­ge­li­schen Kir­che ken­nen und seit­dem immer mehr lie­ben gelernt. Die­se Freu­de möch­te er im Rah­men der Orgel­ent­decker­tage wei­ter­ge­ben. Die von ihm ehren­amt­lich erstell­te Bild-Klang­in­stal­la­ti­on sei gewis­ser­ma­ßen sein „Her­zens­pro­jekt“, sagt der 33-Jäh­ri­ge. Mit­strei­ter fand er in Orga­nis­tin Karin Harms. Und in Hel­ke Diep­holz, die Fotos für die Aus­stel­lung beisteuerte.

„Wir woll­ten das Pro­jekt trotz Coro­na am Leben erhal­ten und haben nach einer Alter­na­ti­ve für die übli­chen Füh­run­gen gesucht“, erklär­ten Wacker­barth und Harms. Die Instal­la­ti­on sei eine „Not­lö­sung“ gewe­sen, habe im Grun­de einen ent­schei­den­den Vor­teil: „Jeder kann ohne Anmel­dung und auf eige­ne Faust auf Ent­de­ckungs­rei­se gehen.“

Neben Klang­bei­spie­len und Fotos mit Erklä­run­gen der Orgel-Bau­tei­le und ihrer Grund­funk­tio­nen beinhal­tet die Aus­stel­lung eine Samm­lung his­to­ri­scher Orgel­pfei­fen von Karin Harms. Sie stam­men aus der in den 1980er Jah­ren restau­rier­ten, 350 Jah­re alten Hueß-Vater-Orgel Mariendrebber.

Dass man den 800 bis 1000 Pfei­fen der Strö­her Orgel ganz unter­schied­li­che Töne ent­lo­cken kann und man sie sogar fühlt, wenn man auf der Orgel­bank sitzt, hat Wacker­barth in der Ver­gan­gen­heit ins­be­son­de­re Kin­der und Jugend­li­che am Objekt selbst spü­ren las­sen. Coro­na bedingt ver­zich­tet er auf Füh­run­gen im gro­ßen Stil; Klein­grup­pen, etwa Fami­li­en, Schü­ler oder Kin­der­gar­ten­kin­der, sind nach Anmel­dung den­noch herz­lich willkommen.

Der deut­sche Orgel­bau und die Orgel­mu­sik gehö­ren zum imma­te­ri­el­len UNESCO-Kul­tur­er­be. „Jedes Instru­ment ist ein Uni­kat, da jede Pfei­fe per Hand zuge­schnit­ten wird – kei­ne gleicht der ande­ren“, sagt Wacker­barth. Es ist ihm ein Anlie­gen, zu ver­mit­teln, dass eine Orgel kein „lang­wei­li­ges Got­tes­dienst­in­stru­ment“ ist, son­dern auch im Zusam­men­spiel mit Schlag­zeug, Gitar­re oder Blas­in­stru­men­ten wun­der­bar klingt und sogar „Pop und Rock kann“. Auch vor die­sem Hin­ter­grund sieht er die Orgel­ent­decker­tage als Chan­ce: „Man nimmt die Orgel als eigen­stän­di­ges Instru­ment wahr, lernt die Kir­che aus ande­rer Per­spek­ti­ve ken­nen: Sie ist nicht nur ein Ort des Gebets und der Stille.“

Text & Bil­der: Mar­ti­na Kurth-Schumacher

Die Bild-Klang­in­stal­la­ti­on ist im Rah­men der „offe­nen Kir­che“ noch bis zum 9. Okto­ber von 10 bis 18 Uhr geöff­net (täg­lich außer mon­tags).
Anmel­dung von Klein­grup­pen: Tel. 05774 / 542 (Jan Wackerbarth)

Bild­un­ter­schrif­ten:
Bild 1: Aus­wahl der Bil­der für die Aus­stel­lung © Mar­ti­na Kurth-Schu­ma­cher
Bild 2: Jan Wacker­barth zeigt die his­to­ri­schen Orgel­pfei­fen © Mar­ti­na Kurth-Schu­ma­cher
Bild 3: Jan Wacker­barth und Karin Harms an der Orgel © Mar­ti­na Kurth-Schumacher

Pres­se­kon­takt

Ben­ja­min Simon-Hin­kel­mann
Pres­se­spre­cher der Ev.-luth. Lan­des­kir­che Hannovers

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Tele­fon: 0511 – 1241 454
Mobil: 0172 – 239 84 61

Pres­se­bil­der Ströhen