“Es war schon sehr ein­drück­lich, die Orgel zu hören.”

11. Okto­ber 2022 | Pres­se­mit­tei­lung

Garb­sen. Der Raum vibriert. Ein dump­fer Ton erklingt. „Und was ist der höchs­te Ton?“, fragt ein Schü­ler. Orga­nis­tin Annet­te Sam­se zieht ein Regis­ter mit der Auf­schrift „Octa­vin“ her­vor. Sie drückt eine Tas­te – und ein schril­ler, piep­si­ger Ton erschallt. Eini­ge Schü­le­rin­nen und Schü­ler ver­zie­hen ihre Gesichter.

Wie haben Sie es gelernt, die­ses Instru­ment zu spie­len? Sind die Pfei­fen aus ech­tem Sil­ber? Wie heißt Ihr Beruf? Rund 25 Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Ilma­si-För­der­schu­le stell­ten vie­le Fra­gen. Die Jugend­li­chen der 10. bis 12. Klas­se besuch­ten die St. Wil­le­ha­di-Kir­che in Garb­sen bei Han­no­ver. Dort erfuh­ren sie, wie die Ben­te-Orgel funk­tio­niert, lausch­ten ihrem Klang – und durf­ten in das Inne­re des Instru­ments bli­cken. Denn bei den Füh­run­gen, Mit­mach­ak­tio­nen und Kon­zer­ten wäh­rend der Orgel­ent­decker­tage ist der Name Pro­gramm. Es geht dar­um, die mehr als 2000 Orgeln der Lan­des­kir­che und ihre Beson­der­hei­ten kennenzulernen. 

Gedul­dig beant­wor­tet Annet­te Sam­se die Fra­gen der Schü­le­rin­nen und Schü­ler. Um die Orgel spie­len zu kön­nen, hat sie vie­le Jah­re lang geübt und stu­diert. Nein, die Pfei­fen sind nicht aus ech­tem Sil­ber – aber bit­te nicht anfas­sen, man sieht jeden Fin­ger­ab­druck sofort. Ihr Beruf? Der heißt Kir­chen­mu­si­ke­rin. „Aber, was meint ihr denn, wie vie­le Pfei­fen hat die Ben­te-Orgel?“, stellt die Kir­chen­kreis­kan­to­rin eine Gegen­fra­ge. Und löst bald auf: etwa 1300 sind es.

Mit Orgeln ken­nen sich die Jugend­li­chen der Ilma­si-Schu­le schon ganz gut aus. Im Musik­un­ter­richt haben sie näm­lich selbst eine Mini-Orgel zusam­men­ge­baut. Am Ende ließ sich die­ses Modell sogar spie­len. Die soge­nann­te Doe-Orgel – bestehend aus 127 Ein­zel­tei­len – konn­ten Teil­neh­men­de der Orgel­ent­decker­tage aus­lei­hen. Doch der Besuch in der Kir­che mit der gro­ßen Ben­te-Orgel war für Schü­le­rin­nen und Schü­ler noch ein­mal etwas ganz Ande­res. „Das war schon sehr ein­drück­lich, die Orgel zu hören. Und auch die Vibra­ti­on zu spü­ren: Man­che der Jugend­li­chen kön­nen die Musik schließ­lich nur so wahr­neh­men“, sagt Musik­leh­rer Frie­der Bleyl. Auf jeden Fall will er nächs­tes Jahr mit einer Klas­se wie­der an den Orgel­ent­de­cker­ta­gen teilnehmen. 

Ihr hat es gut gefal­len, sagt Schü­le­rin Frau­ke. Ihr Klas­sen­ka­me­rad Jonas stimmt zu. „Der Klang war aber auch unge­wohnt“, sagt er. Ob er sich vor­stel­len könn­te, selbst Orgel zu spie­len? Eher nicht. „Ist zu kom­pli­ziert“, sagt er und grinst. Joshua dage­gen traut sich an das Instru­ment her­an. Statt Kir­chen­mu­sik erklingt nun der Pop­song „A Sky Full of Stars“ von Cold­play. Sei­ne Mit­schü­le­rin­nen und Mit­schü­ler applau­die­ren. Eine Zuga­be will Joshua aber nicht geben. „Da gucken gefühlt 3000 Men­schen zu“, sagt er und eilt zurück zu sei­nem Platz.

Annet­te Sam­se freut sich über die Offen­heit der Jugend­li­chen. Die Kir­chen­kreis­kan­to­rin lässt die Schü­le­rin­nen und Schü­ler das Instru­ment mit fast allen Sin­nen ent­de­cken. Sam­se spielt eini­ge Stü­cke und singt gemein­sam mit der Klas­se „Hejo, spann‘ den Wagen an“. Die Jugend­li­chen dür­fen selbst ein paar Tas­ten drü­cken – und ins Inne­re der Orgel schau­en. Außer­dem hat die Musi­ke­rin eine ein­zel­ne mehr als einen Meter lan­gen Orgel­pfei­fe dabei. Sie bläst hin­ein, um zu zei­gen, wie ein Ton entsteht.

„Bei den Orgel­ent­de­cker­ta­gen geht es dar­um, das Instru­ment bekannt zu machen – und die Leu­te an die Orgel zu brin­gen“, erklärt Sam­se. Das ist ihr bei den Schü­le­rin­nen und Schü­lern der Ilma­si-Schu­le auf jeden Fall gelungen. 

Text und Bil­der: Sarah Franke

 

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Ben­ja­min Simon-Hin­kel­mann
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