Mit Hobel und Säge auf der Suche nach den rich­ti­gen Tönen

07. Okto­ber 2023 | Pres­se­mit­tei­lung

Oster­holz-Scharm­beck. Sie­ben Jah­re mit 600 Ver­an­stal­tun­gen und 18.000 Ent­de­ckern. Das waren die Schlag­wor­te des Erfolgs­for­mats mit lan­des­wei­ter Aus­strah­lung, also zu den Orgel­ent­de­cker­ta­gen der Evan­ge­lisch-Luthe­ri­schen Lan­des­kir­che Han­no­vers mit den Koope­ra­ti­ons­part­nern Orgel­aka­de­mie Sta­de und der Bund Deut­scher Orgel­bau­meis­ter. Die Berufs­bil­den­de Schu­le Oster­holz-Scharm­beck (BBS) war beim ach­ten Orgel­ent­de­cker­tag vor den Herbst­fe­ri­en zum drit­ten Mal dabei, genau­so wie die St. Wil­le­ha­di-Kir­che in Osterholz-Scharmbeck.

Begeis­tert waren sie alle, die Schü­le­rin­nen und Schü­ler, der Leh­rer Johan­nes Ove­resch und die Kir­chen­kreis­kan­to­rin und Orga­nis­tin Caro­li­ne Schnei­der-Kuhn. Ove­resch: „Es herrscht Begeis­te­rung pur und es ist eine total span­nen­de Geschich­te, mit der Tisch­ler­klas­se in die Kir­che zu kom­men. Der Bezug dahin ist oft nicht mehr da, die Kon­fir­ma­ti­on liegt schon eini­ge Jah­re zurück und selbst­stän­dig geht kaum einer in die Kir­che, um sich die Orgel anzuschauen.“

Dabei lohnt sich solch ein Besuch, da waren sich hin­ter­her alle einig. Schnei­der-Kuhn: „Die Orgel ist ein fas­zi­nie­ren­des Instru­ment und es macht Spaß sie zu spie­len. Es ist ein ver­steck­tes Instru­ment, weil man dafür erst ein­mal in die Kir­che gehen muss.“ Oft hört man die Orgel dann auch nur, die Orgel­ent­de­cker hat­ten die Mög­lich­keit sich jedes Detail der Orgel anzu­gu­cken. Vie­le Fächer kön­nen auf­ge­klappt und auf­ge­scho­ben wer­den, die Wei­ter­lei­tung des Tones von den Tas­ten bis zur Orgel kann ver­folgt wer­den. Tas­ten durf­ten gedrückt und Peda­len getre­ten werden.

Die Kir­che in der Innen­stadt von Oster­holz-Scharm­beck hat eine der schöns­ten Orgeln, eine die die Ent­de­cker aus­nahms­los beein­druckt. Es han­delt sich hier­bei um eine denk­mal­ge­schütz­te Biel­feldt-Orgel, Eras­mus Biel­feldt gilt als Schü­ler Arp Schnit­gers, die in zwei Arbeits­pha­sen (1731 bis 1734 und 1745) erbaut wur­de, und die beson­ders gut erhal­ten ist. Orgel­bau und Orgel­mu­sik sind 2017 in die UNESCO-Lis­te auf­ge­nom­men wor­den und auch des­we­gen ein Her­zens­pro­jekt der BBS, die eine UNESCO Pro­jekt­schu­le ist.

Wie es sich für ange­hen­de Tisch­ler gehört, wird nicht nur geguckt, son­dern spä­ter in der Werk­statt auch gebohrt, geschlif­fen, gesägt, gesto­ßen, geho­belt und geleimt. Alle Tätig­kei­ten, die man in der Schu­le im ers­ten Schul­jahr lernt. Zwi­schen­durch wur­de in der Werk­statt immer wie­der pro­biert, ob der gewünsch­te Ton aus der Pfei­fe kommt.

Kei­ne Fra­ge, die BBS wird in zwei Jah­ren wie­der dabei sein. Fach­pra­xis­leh­rer Ove­resch denkt schon wei­ter und möch­te in Zukunft ger­ne einen Orgel­bau­er ein­la­den, sofern die­ser finan­ziert wer­den kann. So lan­ge muss es aber nicht bis zur nächs­ten Ent­de­ckung dau­ern. Schnei­der-Kuhn bie­tet nach Abspra­che auch pri­va­te Füh­run­gen an, indi­vi­du­ell abge­stimmt auf Kin­der und Erwach­se­ne. Kon­takt­mög­lich­kei­ten fin­det man auf der Inter­net­sei­te der Kir­che unter www.willehadi.de und wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu den Orgel­ent­de­cker­ta­gen gibt es unter www.orgelentdecker.de.

Text und Bil­der: Andre­as Hanuschek

Pres­se­kon­takt

Ben­ja­min Simon-Hin­kel­mann
Pres­se­spre­cher der Ev.-luth. Lan­des­kir­che Hannovers

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