Orgel­ent­de­cker­tag in der Lüne­bur­ger Johanniskirche

01. Okto­ber 2019 | Pres­se­mit­tei­lung

Lüne­burg. 17 Vor­schul­kin­der aus der Lüne­bur­ger Paul-Ger­hard-Kir­chen­ge­mein­de strahl­ten über bei­de Ohren. So sehr freu­ten sie sich auf ihren Besuch in der St. Johan­nis­kir­che. Dort ange­langt lie­fen sie das schmal gemau­er­te Trep­pen­ge­wöl­be hin­auf zur Orgel. Anlass die­ses nicht all­täg­li­chen Aus­flugs war der von der evan­ge­li­schen Lan­des­kir­che für Kita-Kin­der, Schul­kin­der und Erwach­se­ne aus­ge­rich­te­te Orgel-Ent­de­cker-Tag, an dem sich alles um das Musik­in­stru­ment der Lüne­bur­ger St. Johan­nis­kir­che drehte.
Auf der Empo­re ange­langt blieb kaum Zeit zum Ver­schnau­fen. Im Nu gelang es Orga­nist Joa­chim Vogel­sän­ger, die jun­gen Gäs­te für das berühm­te Tas­ten­in­stru­ment zu begeis­tern. “Jetzt will ich euch erzäh­len, wie alt die­se Orgel ist. Sie ist alt, uralt. Genau genom­men ist sie 466 Jah­re alt und eben­so so lan­ge kann man bereits ihre Musik hören. Das ist eine Haus­num­mer, die auf­for­dert sich vor ihr zu ver­nei­gen,“ schwärmt Vogel­sän­ger, dem bereits als Kind Klang und Laut­stär­ke die­ser so aus­drucks­star­ken Orgel imponierten.

Heu­te ist er stolz dar­über der 21. Orga­nist die­ser wun­der­ba­ren Kir­che zu sein und die Geschich­te fort­schrei­ben zu dür­fen. Sämt­li­che sei­ner 20 Vor­gän­ger sind auf einer Orga­nis­ten-Tafel ver­ewigt. Wie sie, so kennt auch der Lüne­bur­ger Orga­nist sei­ne Orgel in und aus­wen­dig. Fast könn­ten sie ein Ehe­paar sein, das wort­los mit Klän­gen kom­mu­ni­ziert und damit vie­le Men­schen beglückt.
Täg­lich genießt Vogel­sän­ger die unglaub­li­che Aus­strah­lung die­ser so ein­zig­ar­ti­gen Orgel. Nicht ohne Grund bezeich­net man sie als die Köni­gin der Instru­men­te, die auch außer­halb der Kir­che beliebt ist. “Zehn Hand­wer­ker haben zwei Jah­re lang an ihr gebaut“, weiß der Orga­nist zu berich­ten. Doch sind Orgel­bau­er nicht allein zustän­dig für den Bau des Gehäu­ses. Auch müs­sen sie schnit­zen kön­nen und die Orgel mit aller­lei Ver­zie­run­gen versehen.

„Was könnt ihr außer den Orgel­pfei­fen noch an der Orgel sehen“, fragt er die jun­gen Besu­cher. “Gold, ich sehe Gold“, ruft ein Jun­ge. Vogel­sän­ger bestärkt den jun­gen Besu­cher: „Ja, was ihr hier seht, das ist ech­tes Gold und davon gibt es eine Men­ge an der Orgel. Doch ist das kein Zent­ner Gold, das sich nicht heben lässt. Das sind hauch­dün­ne Plätt­chen aus Gold, die mit Öl auf die Orgel­pfei­fen oder das Holz geklebt wer­den. Alles hier ist so reich und präch­tig, um Gott zu dan­ken.“ “Und wenn das Gold gestoh­len wird“, fragt ein besorg­tes Mäd­chen. Vogel­sän­ger beru­higt sie: “Das sind klei­ne Men­gen Gold, die alle zusam­men in eine hal­be Tüte Mehl pas­sen wür­den.“ Ein Mäd­chen möch­te wis­sen, ob die Orgel auch geputzt wird. Der Orga­nist nickt und erklärt: “Schaut man genau hin, ent­deckt man hier schon wie­der Dreck und Staub. Aller­dings müs­sen für das Sau­ber­ma­chen alle Orgel­pfei­fen her­aus­ge­nom­men wer­den. Die letz­te Säu­be­rung war vor etwa 12 Jah­ren. Bis zur nächs­ten Säu­be­rung kön­nen wir noch min­des­tens 20 bis 30 Jah­re warten.“

Text und Bil­der: Mar­ti­na Brinkmann

 

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