Mit Hand und Fuß

07. Okto­ber 2019 | Pres­se­mit­tei­lung

Oster­holz-Scharm­beck. Nor­ma­ler­wei­se ste­hen die zwölf Aus­zu­bil­den­den (Azu­bis) des Tisch­ler­hand­werks an ihrer Hobel­bank, um ihr Werk­stü­cke zu ver­lei­men oder zu schlei­fen. An die­sem Diens­tag­mor­gen aller­dings hat­ten sie ihren Lern­ort, die Holz­werk­statt in den Berufs­bil­den­den Schu­len (BBS), ver­las­sen. Statt­des­sen umring­ten sie auf der Orgel­em­po­re der St.-Willehadi-Kirche in  Oster­holz-Scharm­beck Kir­chen­kreis­kan­to­rin Caro­li­ne Schnei­der-Kuhn. Die saß vor der Eras­mus-Biel­feldt-Orgel und erklär­te den Aus­zu­bil­den­den die Funk­tio­nen der Orgel, Manua­le, Regis­ter und Pfeifen.

Aus gutem Grund: Die ange­hen­den Tisch­ler betei­lig­ten sich an den Orgel­ent­de­cker­ta­gen der Evan­ge­lisch-luthe­ri­schen Lan­des­kir­che Han­no­vers. Sie lie­fen in Oster­holz-Scharm­beck von Diens­tag, 27. August, bis Diens­tag, 1. Okto­ber. Ein­be­zo­gen waren  dar­in fünf­te und sechs­te Klas­sen der ver­schie­de­nen Schu­len der Kreis­stadt sowie Kon­fir­man­den, Grund­schü­ler und eben die Tisch­ler. Die Kir­chen­kreis­kan­to­rin hat­te die Orgel­ent­decker­tage als Orgel-Ver­mitt­lungs-Pro­gramm „Mit Hand und Fuß“ bezeichnet.

Die Tisch­le­r­a­zu­bis stan­den nach ihrem Besuch in der Kir­che tags dar­auf  wie­der vor ihren Hobel­bän­ken: bewaff­net mit Stech­ei­sen und Ham­mer, Schleif­pa­pier und Leim, Schraub­zwin­ge und Säge. Ziel war es, aus einem Bau­satz  aus Kie­fern­holz eine Orgel­pfei­fe anzu­fer­ti­gen. Die sei nicht mal eben so zusam­men­zu­kle­ben gewe­sen, so Azu­bi Johann Weich­ber­ger. „Wir muss­ten zusä­gen und ver­lei­men, mit Stech­ei­sen und Boh­rer arbei­ten“, sag­te er.

Ihn hat der Bau der Pfei­fe ange­spro­chen. „Das war eine inter­es­san­te, coo­le Auf­ga­be, die nicht gewöhn­lich war.“ Und Weich­ber­ger gewann einen neu­en Ein­druck: „Man schätzt das nun anders ein mit der Orgel und weiß, was für Arbeit hin­ter jeder ein­zel­nen Pfei­fe steckt.“ Schließ­lich war sei­ne Erfah­rung: „Das hat mir ein gutes Gefühl gege­ben. Ich bin stolz dar­auf, eine Pfei­fe gebaut zu haben.“
Fach­pra­xis­leh­rer Johan­nes Ove­resch beglei­te­te sei­ne Azu­bis beim Anfer­ti­gen ihrer Pfei­fe. „Ein gutes Pro­jekt“, strahlt er. Er habe sich zuerst ein­mal den Bau­plan ange­guckt, sag­te der Fach­pra­xis­leh­rer. „Das pass­te. Da muss­ten grund­le­gen­de Tech­ni­ken ange­wandt wer­den. Und die Azu­bis haben sich dabei gut geschlagen.“

Die Orgel­ent­decker­tage wur­den mit einem Kon­zert in der Wil­le­ha­di­kir­che abge­schlos­sen. Die­ses Kon­zert mach­te vor allem aus, dass die Betei­lig­ten der Tage ihre Pfei­fen wie die der Tisch­ler, ihre Orgel­bau­ten und das gan­ze Drum­her­um prä­sen­tier­ten. Julia und Karl-Fried­rich aus der 6.1 des Gym­na­si­ums stell­ten eine Mini­or­gel vor.

Die hat­te ihre Klas­se am Tag zuvor zusam­men­ge­baut. Auf­ge­teilt war die Klas­se dazu in Klein­grup­pen. „Das war ein ganz schö­nes Stück Arbeit“, sag­te Karl-Fried­rich bei der Prä­sen­ta­ti­on. Aus 127 Tei­len hät­te die Orgel zusam­men­ge­setzt wer­den müs­sen, so der Gym­na­si­ast. Julia hat­te gelernt, dass die gedeck­ten Pfei­fen tie­fer klingen.

Außer­dem spiel­ten der 16-jäh­ri­ge Gus­tav und der 15-jäh­ri­ge Linus an der Eras­mus-Biel­feldt-Orgel. Das Orgel­spiel wur­de per Kame­ra auf eine Lein­wand im Altar­be­reich über­tra­gen. Er fän­de es „cool“ mit Hand und Füßen zu spie­len, sag­te Gus­tav auf die Fra­ge, was ihn am Orgel­spiel fas­zi­nie­re. 
Gut 200 Schü­ler und Aus­zu­bil­den­de haben laut Schnei­der-Kuhn bei „Mit Hand und Fuß“ mit­ge­macht. Sie selbst fand die Tage „super, super, super“. Ihr beson­de­rer Dank galt Sil­ke Lin­den­schmidt von VISI­ON KIR­CHEN­MU­SIK für deren Unterstützung.

Text und Bil­der: Fritz Armbrust

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Ben­ja­min Simon-Hin­kel­mann
Pres­se­spre­cher der Ev.-luth. Lan­des­kir­che Hannovers

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